Ursula Martens, KI-Trainerin beantwortet typische Fragen zum thema KI

Custom GPT, Projekt oder Chat? So entscheidest du richtig

KI ist längst im Alltag vieler Texter:innen und Marketingverantwortlichen angekommen. Doch sobald es um konkrete Aufgaben geht, taucht eine typische Frage auf

Soll ich einfach mit ChatGPT loslegen, ein Custom GPT bauen oder ein Projekt starten?

Die Entscheidung, ob Chat, GPT oder Projekt ist bedeutender, als sie auf den ersten Blick wirkt. Denn deine Wahl beeinflusst, wie effizient, konsistent und kreativ du mit KI arbeiten kannst. Dieser Beitrag hilft dir, die passende Form für dein Vorhaben zu finden. Mit Beispielen, einer klaren Entscheidungshilfe und einem Blick auf die Grenzen.

ChatGPT spontan nutzen – gut für kleine Ideen & schnelle Antworten

Wenn es um schnelle Impulse geht wie etwa:

  • eine knackige Überschrift
  • ein paar Ideen für einen LinkedIn-Post
  • die Umformulierung eines Absatzes

… dann reicht der Standard-Chat völlig aus. Du tippst eine Frage ein und bekommst sofort eine Antwort. Das ist praktisch, wenn du:

  • flexibel arbeiten willst
  • keine langfristige Struktur brauchst
  • nur gelegentlich mit KI textest

Grenzen: ChatGPT vergisst, was du ihm gestern gesagt hast. Er kennt weder deinen Stil noch deine bevorzugte Struktur. Für alles darüber hinaus braucht es mehr.

Custom GPT – dein Assistent mit Persönlichkeit

Custom GPTs sind so etwas wie dein persönlicher Text-Coach. Du kannst ihnen sagen:

  • welche Sprache du magst
  • welche Zielgruppe du ansprichst
  • welche Formate du brauchst
  • was dir wichtig ist wie etwa Werte, Stil, Gendern

Je mehr du vorgibst, desto besser kann der GPT dich unterstützen – immer wieder und in gleichbleibender Qualität.

Typische Anwendungen:

  • GPT für wiederkehrende Blogformate
  • Stil-Coach für Markenkommunikation
  • GPT für interne Trainings oder Briefing-Checks
Good to know

Was „Trainieren“ bei einem GPT wirklich bedeutet GPTs lernen nicht selbstständig. „Training“ heißt: Du passt sie aktiv an. Mit deinem Wissen, deinem Stil, deinen Beispielen. Du ergänzt, prüfst, testest – und verbesserst so Stück für Stück die Passung. Es ist eher wie Redigieren als wie Programmieren.

Projekte – wenn es mehr braucht als nur ein Prompt

Projekte in ChatGPT sind wie große Arbeitsräume.
Du kannst dort:

  • komplexe Aufgaben über Zeit hinweg bearbeiten
  • Dateien hochladen und gemeinsam nutzen
  • Inhalte versionieren und strukturieren
  • mit einem GPT deiner Wahl zusammenarbeiten

Typische Einsatzszenarien:

  • Strategieentwicklung für Content-Serien
  • Erstellung eines kompletten Stil-Guides
  • Schritt-für-Schritt-Ausarbeitung eines Workshops

Projekte lohnen sich, wenn dein Vorhaben mehrere Phasen hat. Oder, wenn du mit mehreren Dateien und viel Kontext arbeitest.

Ziel: Schnelle Inspiration | Beste Form: ChatGPT spontan | Beispiel: Headlines brainstormen, Ideen für Social Media sammeln

Ziel: Wiederkehrende Aufgaben | Beste Form: Custom GPT | Beispiel: Regelmäßige Blogartikel, Format-Briefings, E-Mail-Strecken

Ziel: Umfangreiche Inhalte mit Struktur |  Beste Form: Projekt | Beispiel: Whitepaper, Stil-Guides, Serienkonzepte

Ziel: Stil & Strategie verankern |  Beste Form: GPT + Projekt | Beispiel: Workshop-Konzeption, Markenhandbuch mit KI-Begleitung

Chat, GPT oder Projekt: Wann nutzt du was?

Du kannst diese Formen übrigens auch kombinieren: Ein Projekt, in dem ein Custom GPT mit dir arbeitet, ist oft die eleganteste Lösung für Profis.

Beispiel: Du entwickelst einen Workshop mit vielen Dateien, Übungen und einem klaren Tonfall. Innerhalb deines Projekts nutzt du deinen Custom GPT, der deine Sprache, dein Ziel und deine Formate kennt – und dich über die Zeit hinweg begleitet. So nutzt du das Beste aus beiden Welten, auch wenn der GPT nicht direkt im Projekt integriert ist, sondern separat läuft.

Es geht zuerst um dein Ziel. Und dann erst ums Tool.

Viele fragen am Anfang: „Was ist das beste Tool?“ Die bessere Frage ist: „Was will ich erreichen – und wie kann mir KI dabei helfen?“

"KI ersetzt dein Denken nicht. Sie hilft dir, klarer zu denken."

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Projekt und einem Custom GPT?
Ein Projekt ist ein strukturierter Arbeitsraum mit Versionierung und Dateiuploads. Ein Custom GPT ist ein spezialisierter Assistent mit klaren Anweisungen.
Muss ich programmieren können, um ein GPT zu trainieren?
Nein. Es reicht, dass du weißt, was du willst – und wie du es formulierst.
Kann ich in einem Projekt mehrere GPTs einsetzen?
Aktuell ist pro Projekt ein GPT aktiv – aber du kannst jederzeit wechseln oder den GPT neu definieren.
Was eignet sich besser für komplexe Inhalte wie Whitepaper?
Ein Projekt mit einem spezialisierten GPT ist ideal – so nutzt du Struktur und Stil in einem.
Ursula Martens – KI Coach

Über die Autorin

Ursula Martens ist Copywriterin, KI-Dozentin, Buchautorin und Gründerin von WORTKIND®.
Seit 2007 schreibt sie Texte, die wirken – Tausende davon noch ganz ohne KI.
Dieses Sprachgefühl und Handwerk fließen heute in ihre Arbeit mit KI ein.

In ChatGPT-Workshops für Unternehmen und Coachings für Texter:innen zeigt sie, wie künstliche Intelligenz die Texterstellung leichter, präziser und kreativer macht – für KI-Texte, die menschlich klingen.

Bei der IHK München und Oberbayern ist sie als Trainerin für ChatGPT & Co. gelistet.
Auf dem KI-Day in Köln leitet sie den Tages-Workshop „Smarter texten mit KI“.
Sie ist Autorin des Buchs „Smarter texten mit KI“ (O’Reilly Verlag, 2025).

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